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Rezension: Das Haus der finsteren Träume | Shaun Hamill

Werbung: Herzlichen Dank an den Verlag und Random House GmbH für die Bereitstellung.

 

Autor: Shaun Hamill
Verlag: Heyne Verlag
Erschienen: 13. Juli 2020
Format: Paperback, Broschur

464 Seiten

 

Verlagsseite | Amazon

 

(Tinas Rezi)

Inhalt

 

Die USA in den 1960er-Jahren: Harry Turner, ein geradezu fanatischer Verehrer von H. P. Lovecraft, macht sich an die Verwirklichung eines gewaltigen Vorhabens. Auf seinem Grundstück soll ein Geisterhaus entstehen, und zwar das größte und unheimlichste, das Amerika je gesehen hat. Harrys komplette Familie arbeitet an dem Projekt mit, obwohl seine pragmatisch veranlagte Frau und seine beiden Töchter die Augen vor der gruseligen Wahrheit verschließen: Die Monster, die im Geisterhaus der Turners ihr Unwesen treiben, sind echt. Der einzige, der diese Tatsache akzeptiert, ist der jüngste Turner-Spross Noah. Doch als er eines Tages beschließt, den Ungeheuern die Tür zu öffnen, wird das Leben der Turners zum Albtraum ...

 

Meinung

 

Was Horrorfilme und -bücher betrifft, bin ich ja ein kleiner Angsthase, mich kann man schnell schocken und erschrecken. Trotzdem lese ich solche Bücher unheimlich gern und war richtig gespannt auf diese Geschichte. Und auch, wenn es völlig anders war, als ich es erwartet habe, hat es mir wirklich gut gefallen.  

 

Die Geschichte beginnt mit der ersten Begegnung der Eltern in den 60er Jahren; man lernt die Lebensumstände kennen und erfährt, dass Harry Turner - der Vater -  schon immer ein Fan von Horrorgeschichten war und er H.P. Lovecraft gerade zu vergöttert. Mit vielen Zeitsprüngen und Perspektivwechseln wird das gesamte Buch erzählt: wir lernen die beiden absolut verschiedenen Töchter der Familie kennen und später auch das Nesthäkchen Noah, der der Erzähler der Geschichte ist. Harry hat die Idee ein Spukhaus zu bauen, als seine Töchter noch klein sind. Und irgendwann hilft die ganze Familie mit, selbst nach dem Tod des Vaters betreiben sie diese Art von Gruselkabinett und bauen es immer weiter auf.

 

Alle werden mehr oder weniger von Monstern heimgesucht... ich habe Probleme, meine Gedanken zu diesem Buch richtig in Worte zu fassen und bin immer noch nicht sicher, ob ich alles ausdrücken kann, was beim Lesen in mir vorging. Es ist kein alltägliches Lesevergnügen gewesen und auch nicht die typische Schauergeschichte...

Horror kam auf den ersten Seiten nicht wirklich auf, es war eher ein unterschwelliger Grusel, wobei ich anfangs nicht wusste, ob sich alles nur im Kopf der Charaktere abspielt oder wirklich etwas mystisches passiert, aber es war eine Mischung aus beidem. Shaun Hamills Schreibstil ist dafür aber absolut passend: In eigentlich ruhigen und unaufgeregten Worten beschreibt er bzw. Noah das Grauen und den Verlauf dieser eigentümlichen Familiengeschichte. Es gibt keine bluttriefenden Splatterszenen, aber der Grusel hat sich im Laufe der Handlung immer mehr gesteigert und am Ende wurde es dann sogar greifbar und genauer beschrieben. 

 

Derr Schreibstil des Autors ist so wahrnsinnig einnehmend und bildhaft, dass man beim Lesen ständig einen Film vor Augen hat. Eine Verfilmung würde ich mir deshalb auf jeden Fall ansehen, ich weiß nur nicht, ob man das Monster dann auch so darstellen könnte, wie es sein sollte. Um nichts vorweg zu nehmen, werde ich nicht weiter auf diesen Teil der Geschichte eingehen.

 

Fazit

 

Wer hier einen blutigen Gruselschocker erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein. Lässt man sich aber auf diese Geschichte ein, die der Autor mit einem angenehmen aber wahnsinnig bildgewaltigen Schreibstil kreiert hat, bekommt man so viel mehr: Eine geniale Familiengeschichte, in der der Horror ständig präsent ist, man aber nie weiß, ob dies nur in den Köpfen der Charaktere passiert oder wirklich Realität ist.

 

14.09.2020