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Der Bär und die Nachtigall

Autor: Katherine Arden
Verlag: Heyne Verlag
Erschienen: 14. Oktober 2019

Format: ebook

 

Rezensionsexemplar

Herzlichen Dank an die Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung. 

 

(Tinas Rezi)

 

Inhalt: 

In einem Dorf am Rande der Wildnis, weit im Norden Russlands, wo der Wind kalt bläst und der Schnee viele Monate des Jahres fällt, erzählt die alte Dienerin Dunja den Kindern des Grundbesitzers Pjotr Wladimirowitsch Geschichten über Zauberei, Folklore und den Winterkönig mit den frostblauen Augen. Verbotene Geschichten über eine uralte Magie. Doch für die junge, wilde Wasja sind dies weit mehr als Märchen. Sie allein kann die Geister sehen, die ihr Zuhause beschützen. Und sie allein spürt, dass sich in den Wäldern eine dunkle Magie erhebt ...

 

Meinung: 

Der Bär und die Nachtigall spielt in einem mystischen Russland vor dem 15. Jahrhundert, wo der christliche Glaube und die alten Götter miteinander konkurrieren. Die Menschen wollen / müssen den christlichen Glauben in ihre Heime lassen, hängen aber noch immer an den heidnischen Göttern und Geistern. 

 

Die Handlung war in sich stimmig, zu Beginn sehr ruhig aber in der letzten Hälfte wird es dann richtig spannend. Erzählt wird in der dritten Person, die Sprache ist wirklich fantastisch und einfach märchenhaft - fast poetisch. Die Atmosphäre, die hier geschaffen wurde, ist düster und so lebendig, dass ich die Geschichte fast vor meinem inneren Auge sehen konnte. Das Setting gefällt mir unglaublich gut, der Zwiespalt zwischen dem heidnischen und christlichen Glauben in dieser Zeit war während des Lesens immer zugegen und man begleitet die Protagonistin bei ihrem Versuch, sich in dieser Welt zurechtzufinden und ihre Gabe verstehen zu lernen.  

 

Die Charaktere waren größtenteils beeindruckend durchdacht, mir hat nur bei einigen etwas an Tiefe gefehlt, was der Geschichte aber nicht geschadet hat. Die Hauptfigur Wasja fand ich absolut großartig und authentisch, man erlebt ihre Kindheit in dieser patriarchalischen Welt und begleitet sie auf ihrem Weg erwachsen zu werden. Ihre Entwicklung und ihre Entscheidungen waren durchweg nachvollziehbar und ich freue mich wirklich, (hoffentlich) bald mehr über sie zu lesen. Der Bär und die Nachtigall ist nämlich der erste Teil einer Trilogie, deren 2. und 3. aber noch nicht übersetzt wurde. Der Winterkönig war für mich ein genau so spannender Charakter wie Wasja, und auch bei ihm bin ich auf mehr Informationen zu seinen Hinter- und Beweggründen gespannt. 

Auch die vielen Hausgeister, Waldgeister und Wesen fand ich perfekt in die Geschichte integriert.

 

Natürlich sind einige Handlungsstränge offen geblieben, da dies der erste Teil einer Trilogie ist, aber an sich ist das Ende des Buches abgerundet und macht wirklich Lust auf mehr. Ich freue mich auf den 2. Teil. 

 

Das Glossar am Ende des Buchs ist sehr sinnvoll, da man bei der Vielzahl von russischen Begriffen schnell durcheinander kommt. 


Fazit:
Ich habe extrem hohe Erwartungen an die restlichen Teile der Trilogie, denn was anfangs so langsam, leise vor sich hin plätscherte, hat sich zum Ende hin zu einer genialen Geschichte, in einem dunklen Setting mit russischer Folklore und fantastischer Handlung entwickelt. Ich hoffe, dass die restlichen Teile schnell übersetzt werden. Eine klare Leseempfehlung für Fans von märchenhaften Fantasygeschichten. 

 

23.10.2019

 

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